Cannabis: Wirksam gegen Tumore?

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Immer wieder stolpere ich über das Milliarden Dollarkraut. Es scheint mehr zu taugen, als nur verraucht zu werden. Hier ein neuer Artikel. Dank an  Luis dafür.

Cannabis hat keinen guten Ruf. Die Pflanze gilt als berauschend, und Kiffer gelten als langsam und schwer von Verstand. Dabei hat Marihuana nicht nur psychoaktive Wirkstoffe in sich, sondern auch heilsame. Forscher finden immer mehr über die Vorteile und Wirkungsweisen der Cannabinoide heraus. In Rostock experimentiert man schon seit einigen Jahren und kommt dem Ergebnis immer näher, dass CBD Hanfsamen auch gezüchtet werden können, um gegen Krebs eingesetzt zu werden.

In den USA forscht man bereits heftig. In Bundesstaaten wie Kalifornien gilt Marihuana als sanftes Schmerzmittel, das bei chronischen Schmerz- und Krebspatienten eingesetzt werden kann. Das ist weitaus schonender als chemische Therapiemaßnahmen mit teilweise sehr strapazierenden Nebenwirkungen.

Aber in Rostock haben die Wissenschaftler noch mehr Erkenntnisse heraus holen können: die Cannabinoide wirken nicht nur gegen Schmerz, sondern können die Krebszellen bei den Patienten durch eine Kette an Reaktionen im Körper wortwörtlich zum Platzen bringen. Die Cannabinoide regen einen Aufbau von Proteinen auf den Krebszellen an, welche körpereigene Killerzillen binden können. Dadurch kann der Krebs vom Immunsystem angegriffen werden. Zusätzlich wird die Bildung von neuen Krebszellen durch die Cannabinoide im Blutsystem gehemmt.

Allerdings sollen Medien und Wissenschaftler mit der Euphorie noch haushalten, denn bisher handelt es sich bei diesen Ergebnissen um nichts, was in Stein gemeißelt werden kann. Es bestehen Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Marihuana und der Verlangsamung der Krebsbildung im Körper, jedoch müssen in weiteren Studien die Informationen bekräftigt werden, bevor man von echten Ergebnissen ausgehen kann.

Dennoch: die Arbeit mit Cannabis sind erste Erfolge, um die Wirkstoffe der Pflanze eventuell bald schon im therapeutischen Bereich einzuführen. Viele Cannabinoide der Pflanze sind heutzutage bereits in landläufigen Medikamenten zu finden. THC, der berauschende Teil der Pflanze, wird gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt; Cannabidiol, ein nicht berauschender Bestandteil der Pflanze, hingegen bei Multipler Sklerose. Legal ist die Cannabispflanze allerdings nicht; wer krank ist, muss sich auf Rezept die synthetischen Wirkstoffe verschreiben lassen. Die Ergebnisse der Studie könnten aber dazu beitragen, schon bald ein liberaleres Gesetz zur Handhabung von Cannabis in der Medizin zur Diskussion zu bringen.

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